Bundesregierung rechnet mit IWF-Beteiligung

Das zwischen IWF und Bundesregierung umstrittene Thema von Schuldenerleichterungen für Athen soll im Jahr 2018 nach Abschluss des dritten Rettungsprogramms diskutiert werden.

Der griechische Euro. (Foto: dpa)

Die Bundesregierung rechnet weiter mit einer Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an der Rettung Griechenlands. Vor einem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit IWF-Chefin Christine Lagarde am kommenden Mittwochnachmittag in Berlin sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums, dass es weiter Ziel sei, dass der IWF mit Expertise als auch Finanzmitteln an Bord bleibe. Nach Darstellung einer Regierungssprecherin geht es bei dem Treffen Merkels mit Lagarde um einen „allgemeinen Austausch“. Am Mittwochabend empfängt Merkel EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu einem Arbeitsessen im Kanzleramt.

Nach Darstellung der Tageszeitung „Die Welt“ soll Lagarde in einem Telefonat mit Merkel vor einigen Tagen der Kanzlerin Unterstützung zugesagt haben. Der Fonds werde sich auch am dritten Hilfsprogramm beteiligen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Das zwischen IWF und Bundesregierung umstrittene Thema von Schuldenerleichterungen für Athen solle im Jahr 2018 nach Abschluss des dritten Rettungsprogramms diskutiert werden. So hatte es auch die Euro-Gruppe zuletzt vereinbart. Die Regierungssprecherin wollte sich zu dem „vertraulichen Gespräch“ nicht äußern.

Am kommenden Montag treffen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen. Zwar soll es zuletzt Annäherungen zwischen den Institutionen und Fortschritte in den Gesprächen mit Griechenland gegeben haben. Ein Abschluss der überfälligen Programmüberprüfung wird dann aber noch nicht erwartet. Als möglich gilt, dass es dann mit der Athener Regierung aber zumindest eine Verständigung geben könnte, dass die Geldgeber-Institutionen wieder nach Griechenland reisen können.

Griechen heben Milliarden ab

Seit Jahresbeginn haben die griechischen Bürger mehr als 2,7 Milliarden Euro von ihren Bankkonten abgehoben. Ursache sind neue Diskussionen im In- und Ausland über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Die Bankeinlagen der Griechen sind seit Ende Dezember von 131,8 Milliarden Euro auf 129,09 Milliarden Euro Mitte Februar gefallen. Viele Menschen halten ihr Erspartes in Truhen, Safes und unter ihren Matratzen versteckt. Dies ergibt sich aus Informationen aus Kreisen des Verbandes der griechischen Banken, die am Freitag in der griechischen Presse veröffentlicht wurden.

Griechenland kämpft seit Jahren gegen hohe Schulden. Im Sommer stehen erneut Rückzahlungen in Milliardenhöhe an. Ohne finanzielle Unterstützung droht dem Land die Zahlungsunfähigkeit.