Erste deutsche Bank belegt kleine Sparer mit Straf-Gebühr

Die Straf-Zinsen erreichen nun auch die kleinen Sparer in Deutschland.

(Foto: dpa)

Die Berliner Sparda Bank wird ab dem 1. September auch kleine Sparer mit einer jährlichen Strafgebühr für Sparhuthaben belegen. Sparer mit Guthaben ab 100.000 Euro müssen danach jährlich eine Gebühr von 0,4 Prozent entrichten, wenn sie ihr Geld auf dem Konto liegen lassen. Das berichtet die FAZ in ihrer gedruckten Ausgabe. Die Bank argumentiert demnach mit den Negativ-Zinsen der EZB. Doch die Gebühr ist kein Zinssatz, sondern eine feststehende Gebühr, die sich auch nicht automatisch in einen Zinsgewinn umwandelt, wenn die EZB die Zinsen wieder erhöht.

Laut FAZ spricht man bei der Sparda-Bank von einem „Verwahrentgelt“ für Tagesgeldkonten. Die entsprechenden Konten bei der Sparda-Bank werden dementsprechend monatlich belastet.

Die Sparda Bank Berlin hatte bereits im Jahr 2014 beschlossen, dass Gratisleistungen für Nicht-Genossenschaftsmitglieder abgeschafft werden und die die Preise für Bank- und Kreditkarten erhöht.

Noch vor kurzem hatte der Chef des Sparda-Banken-Verbands laut FAZ erklärt: „Unseren Sparkunden sind Minuszinsen nicht begreiflich zu machen. Die schwäbische Hausfrau steht kopf, wenn sie fürs Sparen zahlen muss.“

Die Einführung von Strafzinsen nimmt mit der Sparda-Maßnahme Fahrt auf. Die Bank ist mit 500 000 Mitgliedern eine der größten deutschen Genossenschaftsbanken. Erst von wenigen Jahren war allgemein versichert worden, dass die Banken die EZB-Negativzinsen nicht an die Kunden weitergeben würden. Dann wurden zunächst die größeren Vermögen mit über einer Million Euro belastet.

Mit 100.000 Euro hat der Strafzins nun auch viele Kleinsparer erreicht. Insbesondere angehende Rentner dürften Beträge etwa dieser Größenordnung auf den Konten liegen haben. Sie sollen nun dazu gebracht werden, ihre Ersparnisse aktiv zu investieren.

Sie sollen nun dazu gebracht werden, ihre Ersparnisse aktiv zu investieren.