Südeuropäer wollen eigenen Weg in der EU finden

Mini-Gipfel wie der in Madrid erwecken den Eindruck, dass sich verschiedene Blöcke innerhalb der Gemeinschaft bilden.

Die Staats- und Regierungschefs der südeuropäischen Länder beim zweiten Treffen im Januar in Lissabon. (Foto: dpa)

Regierungs- und Staatschefs der sieben Südstaaten der Europäischen Union sind am Montag in Spanien zu ihrem drittem Gipfeltreffen zusammengekommen. Bei den Beratungen im Königlichen Palast El Pardo in Madrid sollten die Herausforderungen des Brexits im Mittelpunkt stehen, wie die spanische Regierung mitteilte. Die Zusammenkunft sei eine „große Gelegenheit, um die Einheit und die Verpflichtung zur Integration zu stärken“, twitterte kurz vor Beginn der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Die Teilnehmer – darunter Frankreichs Präsident François Hollande, Italiens Premier Paolo Gentiloni und Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras – wollen ihre Standpunkte untereinander abstimmen und gemeinsame Vorschläge für eine bessere Zukunft für Europa erarbeiten. Die Treffen wurden mit dem Ziel ins Leben gerufen, nach einer „neuen Vision“ für den Kontinent zu suchen.

Befürchtungen über weitere Teilungstendenzen innerhalb der EU trat man entgegen. Man wolle auf keinen Fall „einen eigenen Club gründen“, beteuerte beim zweiten Treffen am 28. Januar in Lissabon ein Sprecher der Regierung Portugals. Man wolle vielmehr zu einem Europa „mit mehr Stärke und Zusammenhalt“ beitragen, hieß es. Das erste Treffen hatte am 9. September 2016 in Athen stattgefunden.

Auch wenn im Mittelpunkt der Brexit stehen soll – was die südeuropäischen Staaten verbindet ist ein meist hoher Schuldenberg und somit auch der Wunsch, die Defizitkriterien nicht so streng zu handhaben.