Baubranche will Ende des Vorschriften-Dschungels

Dieter Schäfer, Chef des Beirats der ausstellenden Firmen der Messe Bau 2017, fordert ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren und Vereinheitlichung der Vorschriften.

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Angesichts des Wohnungsmangels in vielen deutschen Städten hat die Baubranche eine Vereinheitlichung des Vorschriften-Dschungels der 16 Bundesländer gefordert. «Wir brauchen ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren», sagte Dieter Schäfer, Chef des Beirats der ausstellenden Firmen der Messe Bau 2017 bei ihrer Eröffnung am Montag in München. Er regte an, in Wohngebieten auf die vorgeschriebenen Stellplätze für Autos zu verzichten – «dort wo eine gute Verkehrsinfrastruktur gegeben ist.»

Die 16 Landesbauordnungen in Deutschland sind vielen Unternehmern der Baubranche seit langen ein Dorn im Auge, weil in jedem Bundesland unterschiedliche Regeln eingehalten werden müssen. So verbieten beispielsweise Bayern und Nordrhein-Westfalen ausdrücklich, dass Wohn- und Schlafräume auf der Nordseite des Wohnhauses liegen, Bayern schreibt zusätzlich vor, dass jede Wohnung «besonnte Aufenthaltsräume» haben muss. In manchen Ländern sind Kellerwohnungen erlaubt, in anderen nicht.

Die alle zwei Jahre stattfindende Baumesse ist nach Angaben der Münchner Messegesellschaft die führende in Europa. Ein Drittel der 2100 Aussteller kommt aus dem Ausland.