US-Unternehmen warnen vor Handelskrieg mit China

Auch europäische Firmen beklagen sich regelmäßig über unfairen Wettbewerb in China und einen unzureichenden Marktzugang.

Chinas Präsident Xi Jinping am 17.01.2017 auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos, Schweiz. (Foto: dpa)

US-Unternehmen in China haben Donald Trump vor einem Handelskrieg mit Peking gewarnt, falls der designierte US-Präsident seine angedrohten Sanktionen tatsächlich umsetzen sollte. Die chinesische Regierung bereite Schritte vor, „um Vergeltung zu üben“, sagte Lester Ross von der amerikanischen Handelskammer in Peking am Mittwoch anlässlich der Präsentation einer Studie zur Stimmung von US-Unternehmen in China. Peking stünde „nicht ohne Arsenal“ da, um auf Aktionen der USA zu reagieren.

Trump, der am Freitag als US-Präsident vereidigt wird, hatte China im Wahlkampf und auch danach als „Währungsmanipulator“ bezeichnet und einen Strafzoll in Höhe von 45 Prozent auf Einfuhren aus China angekündigt. Auch hatte er China beschuldigt, amerikanische Jobs zu stehlen. Ein Handelskrieg zwischen den USA und China sei nicht hilfreich, um Jobs zu schützen, sagte William Zarit, Vorsitzender der US-Handelskammer in Peking.

Kritik der US-Unternehmen erntete auch Peking: Laut der Studie vom Mittwoch sehen sich amerikanische Firmen bei ihren Geschäften in China mehr und mehr benachteiligt. Demnach fühlen sich 81 Prozent der US-Unternehmen „weniger willkommen“ als noch im Vorjahr. Die meisten Befragten sehen sogar ein „abschreckendes Umfeld“ für Investitionen.

Die Kritik der US-Unternehmen kommt einen Tag, nachdem Chinas Präsident Xi Jinping auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos für mehr Freihandel geworben und sich gegen Protektionismus ausgesprochen hatte. Xi kündigte erneut an, den Marktzugang für ausländische Unternehmen zu vereinfachen und Rechtssicherheit zu verbessern.

Ein Versprechen, dem 60 Prozent der befragten US-Firmen skeptisch gegenüberstehen. Sie gehen laut Befragung nicht davon aus, dass sich der Markt für ausländische Firmen in China bald weiter öffnen wird.

Auch europäische Firmen beklagen sich regelmäßig über unfairen Wettbewerb in China und einen unzureichenden Marktzugang. Am Dienstag hatte Michael Clauss, der deutsche Botschafter in Peking, dazu aufgefordert, gleiche Voraussetzungen für ausländische Firmen zu schaffen. „Viele Unternehmen erzählen uns, dass ihre Schwierigkeiten gestiegen sind“, schrieb Clauss in einer Mitteilung.